Es ist nicht weniger als das Ende einer Ära. Die Deutsche Bahn verabschiedet sich von einem Service, den Sylt-Urlauber nur zu gut kennen.
Die Reaktionen auf das Ende nach neun Jahren weckt Emotionen, so viel ist sicher. Dabei bekommt die Deutsche Bahn mächtig einen vor die Lok geknallt. Nicht nur Sylt-Kenner finden harte Worte.
Sylt: Ein „unsinniges Vorhaben“
Den Sylt-Shuttle kennt jeder, der wenigstens mit dem Gedanken gespielt hat, die Insel zu bereisen. Dabei fuhr ein Fahrtwerk der Deutschen Bahn neun Jahre lang auf die Insel und wieder zurück, ohne wirklich rentabel zu sein. Ein echter „Geisterzug“. Jetzt ist Schluss.
Der „Geisterzug“ ist offiziell bekannt unter dem Namen „Sylt Shuttle plus“. Zwischen Bredstedt und Westerland im Einsatz, war er mit zwei Personenwagen von Bredstedt aus Richtung Niebüll unterwegs. Der Grund: Eine längere Verbindung im Programm der Deutschen Bahn, als Konkurrent RDC sie hat. Für Kritiker ein „unsinniges Vorhaben“.
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Sylt: Satire pur
Rentiert hat sich das offenbar nicht, satte neun Jahre fuhr der Zug trotzdem hin und her, seit Dezember 2015, mit bis zu 44 Fahrten pro Tag. „In Niebüll wird der Personenzug an den Autozug angehängt, in Westerland wieder abgehängt und umgekehrt. Durch das An- und Abkuppeln dauert die Fahrt deutlich länger als mit dem Regionalexpress. Weil im ‚Sylt Shuttle plus‘ nur Tickets aus dem Fernverkehr gelten, ist die Fahrt meistens sogar noch teurer“, hieß es schon damals vom „shz“.
Anwohner in Bahn-Nähe zeigten sich schnell genervt vom lautstarken An- und Abkoppeln des Sylt-Zuges. Wenn etwas schief ging, blockierte der „Geisterzug“ sogar die Gleise mit seinen leeren Waggons, Regionalbahnen konnten nicht einfahren. Hauptsache, der Konkurrent RDC konnte die Strecke nicht nutzen!
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Jetzt urteilt sogar die Bahn selbst, dass die Sylt-Verbindung plus „unwirtschaftlich“ sei. „Die DB konzentriert sich im Rahmen ihres Gesamtprogramms ‚S3‘ in den nächsten Jahren auf die Sanierung von Infrastruktur, Eisenbahnbetrieb und Wirtschaftlichkeit. Das bedeutet auch, sich von unwirtschaftlichen Verkehren zu trennen“, hieß es vom Konzern gegenüber dem „shz“. Im Vorfeld machte sich sogar die Satire-Sendung „extra3“ im NDR über den Shuttle lustig. Jetzt ist endgültig Ende.